Imkerei A. u. H. Reichl

POLLENHONIG

Blütenpollen in Molke vergoren

Der von den Bienen gesammelte Blütenstaub (Blütenpollen) wird im Bienenstock weiter bearbeitet. Wie in einer Bäckerei aus Mehl durch Zugabe von Wasser und Hefe zu Teig, Sauerteig und später zu Brot wird, mischt auch die Biene dem Pollenmehl Nektar, Speichel und Fermente bei. Dieser vorbereitete Brei kommt in eine Wabenzelle und wird festgestampft. In der angepassten Temperatur beginnen nun eine Reihe biochemischer Prozesse, die als Milchsäuregärung bezeichnet werden.

Schauen wir uns das einmal etwas näher an:

Das Wissen um die Milchsäuregärung ist schon sehr alt. Die Chinesen säuerten ihren Kohl schon vor etwa 6000 Jahren ein. Inder stellten aus dem Saft eine Creme her. Milchsauere Produkte, wie das Wort schon sagt - saure Milch - kennen wir in den verschiednen Formen. Ein Leben ohne Milchsaures in allen Bereichen unserer Ernährung wäre nicht mehr denkbar.
Milchsäure bildende Bakterien gibt es in der Natur überall. Sie leben auf den Pflanzen. Dort finden sie genauso wie in der Milch, im Darm und auf Schleimhäuten von Mensch und Tier optimale Wachstumsbedingungen. Durch ihre schnelle Vermehrung schaffen sie eine saure Umgebung, die für gewisse Fäulnisbakterien und Schimmelpilze so ungünstig ist, dass diese sich nicht ausbreiten können.
Im Kampf zwischen Hefezellen, Fäulnisbakterien und Milchsäurebakterien gewinnen die letzteren fast immer, da durch eine gewisse Gaswäsche - (beim Stoffwechsel entsteht Kohlendioxyd CO 2 -Kohlensäure-) - der Sauerstoff vertrieben wird und somit die anderen Zellen und Bakterien nicht atmen können. Dieses so entstehende saure Milieu hat einen pH - Wert von 3,8 - 3,6 (schon sehr sauer). Alle Vitamine vertragen diese Vorgänge gut d.h. einige kommen sogar noch hinzu und werden stabilisiert.
In diesem Zusammenhang spricht man von links- oder rechtsdrehender Milchsäure. Die linksdrehende D (-) Milchsäure soll im Blut eine Veränderung durch die Verschiebung in den sauren Bereich hervorbringen. Rechtsdrehende Milchsäure L (+) kommt auch im menschlichen Körper vor und hat viele Vorteile. Während der Gärung werden Vitamine wie B 12 und K neu gebildet. Milchsaures ist besonders gut verträglich, da es auf den Magen harmonisierend wirkt. Milchsäure reagiert bei mangelnder Salzsäureproduktion sauer, bei Übergenuss wirkt sie dagegen dämpfend und schafft so ein Gleichgewicht zwischen Säuren und Basen. Unser Körper stellt für die Verwertung der L (+) Milchsäure ein spezielles Enzym her und verarbeitet die Milchsäure mit dessen Hilfe auf zwei verschiedenen Wegen: besteht z.B. im Organismus ein Bedarf an Energie, dann wird L (+) Milchsäure zu Kohlendioxyd und Wasser abgebaut. Dabei werden große Energiemengen frei, die unter anderem auch vom Herzmuskel verwertet werden. Besteht kein Energiebedarf, dann wird L (+) Milchsäure zu Glucose aufgebaut, in Glykogen umgewandelt und als Reserve in den Muskeln und der Leber gespeichert. Außerdem spielt die Milchsäure auch in der Regulierung des Basen/Säurehaushaltes eine bedeutende Rolle. Durch ihre teilweise Umwandlung wird eine Gleichgewichtslage erzielt, die dem Organismus zuträglich ist. Da L (+) Milchsäure im Gärprozess dadurch entsteht, dass ein Teil der belastenden Kohlehydrate umgesetzt und für den Verbrauch aufgeschlossen wird, sind milchsaure Produkte nicht nur gesund, sondern auch überaus bekömmlich.
Milchsäure vergorener Pollen ist leicht verdaulich. Zum einen wird das feste Gefüge pflanzlicher Zellen durch die Tätigkeit der Mikroorganismen etwas aufgelockert, zum anderen stimuliert die Milchsäure die Bauchspeicheldrüse, so dass reichlich Verdauungssäfte fließen. Milchsäurebakterien verbrauchen bei ihrer Tätigkeit einen Großteil der Kohlehydrate, was sich vor allem für Diabetiker günstig auswirkt.

Milchsäure wirkt im Körper wie ein Besen; sie begünstigt nicht nur Darmflora, sondern kurbelt auch den Leberstoffwechsel an und hilft auf diese Weise den Körper zu entschlacken. Außerdem ist die Wahrung des Stoffwechselgleichgewichtes von ausschlaggebender Bedeutung. In der Literatur finden wir eine Vielzahl von Schriften, die sich mit dem positiven Einfluss der Milchsäure auf den menschlichen Organismus, sowie der Ernährung von krebskranken Menschen befassen.
Machen wir es den Bienen nach! Bevor wir selbst anfangen zu säuern, muss noch einmal auf die zwei Arten der Milchsäurebakterien hingewiesen werden. Die eine Art ist der Milch und den Milchprodukten angepasst (Kugelbakterien, "Streptokokken"), die andere und besser geeignete Art, die mehr für natursaures Gemüse geschaffen ist (Stäbchenbakterien "Lactobacillus xylosus"), ist den Pflanzen angepasst.
Beide Bakterien bewirken einen Gärungsprozess, der eine konservierende Wirkung hat. Damit aber eine solche Gärung kontrolliert und schnell abläuft, impfen wir unsere Pollenmasse mit Fremdbakterien vom richtigen Stamm. Wir wollen ja die Gewissheit, dass rechtsdrehende Milchsäurebakterien tätig werden. Der natürliche Vorgang wird dadurch nicht beeinflusst, sondern wesentlich unterstützt.

Weitere Voraussetzungen, die das Milchsäuern erfordern, sind:

  • das zu säuernde Nahrungsmittel muss unter Druck gehalten werden;

  • der Gärraum soll entsprechend groß sein;

  • das Gefäß braucht einen dichten Luftabschluss;

  • eine bestimmte Temperatur darf nicht unterschritten werden.

 

Rezepte mit POLLENHONIG

Abgespanntheit; geistige: 1.) In frisch gepressten Apfelsaft verrühre man pro Glas ½ Teelöffel Pollenhonig, schluckweise trinken. 2.) Mischtee mit gleichen Teilen: Kamille, Johanniskraut, Schafgarbe aufgießen, pro Tasse 2 TL Pollenhonig rühren und lauwarm trinken. 3.) Zwei Löffel Haferflocken auf ½ l Wasser aufkochen und abseihen. In diese lauwarme Flüssigkeit reichlich Pollenhonig einrühren; stündlich 2-3 Esslöffel einnehmen.

Abmagern der Kinder oder ungewollt: 1.) Vollwertkost mit einer Blütenpollenkur (gleichzeitig Pollenhonig pur essen).

Bleichsucht, Eisenmangel: Je nach dem Grad des Leidens die Honigpollenkur öfter, mit einwöchiger Pause wiederholen.

Blutarmut: 1.) Je nach dem Grad es Leidens eine Pollenhonigkur gegebenenfalls wiederholen. 2.) Brennnesseltee, Johanniskrauttee, Kalmustee, Wermuttee; einen dieser Tee´s mit reichlich Honigzusatz. (2 TL pro Tasse) je nach dem Grad des Leidens einige Wochen tägl. 2 Tassen trinken. 3.) 3-4 Gläser frischen Spinatsaft oder frischen Kirschsaft, evtl. gemischt mit Möhren, Brennnessel- oder. Meerrettichsaft  -pro Glas mit 1 TL Pollenhonig- tgl. trinken.

Durchfall: 1.) Reife Heidelbeeren in Honig einlegen und mindestens 4-5 Wochen ziehen lassen. Dies ist ein vorzügliches Hausmittel. 2.) Ca. 12 Thymianstängel mit Blätter in 1 l Wasser aufkochen lassen und abseihen. Nach jeder Mahlzeit 1 Tasse mit 1 TL Pollenhonig gesüßt trinken. 3.) Einen geschälten Apfel roh auf einer Reibe zu Mus zerkleinern, 1 TL Pollenhonig einrühren; nüchtern essen. 4.) Täglich Pollenhonig essen. 5.) Lindenholzkohle mit Propolis.

Durchblutungsstörungen: 1.) Knoblauchsaft -20 Zehen Knoblauch zerdrücken und in 500 ml Wasser 5 min. kochen, abseihen und auskühlen lassen. Saft von 1 Zitrone sowie 1 EL Pollenhonig beimengen. Tägl. morgens und abends 1 Likörglas voll trinken. 2.) Vollwertkost.

Frühjahrsmüdigkeit: 1.) Dreimal tägl. 1 Glas frisch gepressten Orangen- oder Apfelsaft mit 1 EL Pollenhonig gesüßt trinken. 2.) Öfter die frischen Blätter der Brunnenkresse mit Pollenhonig essen.

Gedächtnisstärkung: 1.) Pollenhonigkur oder tägl. 1-2 Tassen Rosmarintee oder Wein mit reichlich Pollenhonigzusatz schluckweise trinken. 2.) Gelee Royale Elixier einnehmen.

Heuschnupfen: 1.) Beginn einer Kur mit 1 TL Blütenhonig tägl.. Dann auf Pollenhonig übergehen. Reagiert der Organismus nicht negativ, steigern Sie die Einnahme bis zu 3 EL am Tag. 2.) Honig mit Entdecklungswachs in kleinen Mengen mehrmals tägl. im Mund wie Kaugummi kauen und Restwachs ausspucken.

Kleinkinder Nervosität bzw. Reizbarkeit: Kamillentee mit reichlich Pollenhonig, 1-2 Tassen tagsüber teelöffelweise eingeben. Auch frischer Karottensaft mit Pollenhonig gesüßt tägl. ½ Tasse teelöffelweise eingeben.

Knochenaufbau: Ein Glas verdünnter Apfelessig mit Pollenhonig gesüßt. Morgens nüchtern trinken.

Körperschwäche: Je nach Leiden wiederholte Kur mit Blütenpollen und gleichzeitig Bienenelixier einnehmen.

Kreislaufstörungen, Kreislaufschwäche: 1.) Vollwertkost gleichzeitig Schafgarbentee mit Pollenhonigzusatz oder Blütenpollenkur. 2.) Meisterwurz mit 1 TL Pollenhonig, 1 TL auf eine Tasse z. leichten Absud, höchstens 3 Tassen/Tag. 3.) Honigmet mit Mineralwasser Verhältnis 1:1 mischen und abends trinken. 4.) Täglich öfters 1 TL Pollenhonig im Mund zergehen lassen. 5.) Ein Glas Fruchtsaft, 1 EL Pollenhonig und 1 TL Hefe mischen und abends trinken.

Leberleiden: 1.) Viele grüne Gurken mit Pollenhonig essen. 2.) Trinkkur mit Milch und Pollenhonig Verhältnis 3:1. 3.) Schleimsuppen m. Pollenhonig (auf 1 Tasse 2 TL Pollenhonig). 4.) Molkekuren mit Pollenhonig (auf 1 Glas Molke 2 TL Pollenhonig). 5.) Tausendguldenkrauttee m. Blütenhonig (auf 1 Tasse 1 TL Honig). 6.) Leberpaste nach Hildegard von Bingen, zerstoßene Edelkastanienkerne, lege man zu Honig und esse dies. 7.) Propolis mit Honig vermischen und 3 x tägl. einen Teelöffel voll einnehmen.

Magenbeschwerden: Pollenhonigkur

Pollenhonigkur: In der Volksheilkunde heißt es in einigen Sprichwörtern: "Ein Bienenstock vertreibt den Arzt oder eine Bienenhütte macht den Arzt arbeitslos".
Diese Überlieferungen sagen mehr über die Kraft des Honigs aus als seitenfüllende Abhandlungen. In vielen Fällen wird daher eine "Honigkur" verordnet. Sie ist auch heute noch ein hervorragendes Mittel und unterstützt in vielen Fällen die ärztlichen Bemühungen. Durch unsere Entwicklungen von neuen Kombinationen wie "Blütenpollen vergoren in Honig" oder Propolis mit Honig kann eine solche Kur entsprechend dem Grad der Beschwerden individuell gestaltet werden.
Nachfolgende Kur hat sich bisher mit Pollenhonig oder Propolis m. Honig bestens bewährt: In einem Zeitraum von 8-10 Wochen, jeweils eine halbe Stunde vor dem Frühstück, dem Mittagessen und vor dem Schlafengehen, trinkt man schluckweise eine halbe Tasse lauwarmes Wasser oder Kräutertee (Kamille, Schafgarbe ½ Teelöffel der Mischung) mit folgender Beigabe:
Erste Woche 3x tägl. ein ½ TL Pollenhonig, 2. Woche 3x tägl. 1 TL Pollenhonig, 3. Woche 3x tägl. 1 ½ TL Pollenhonig, 4. und 5. Woche 3x tägl. 2 TL Pollenhonig, 6. Woche wie 3., 7. Woche wie 2. und 8. Woche wie 1.
Bei Berufstätigen kann dieser Kurtrunk auch morgens in einer Thermosflasche vorbereitet werden. Es ist allerdings darauf zu achten, dass die Honigmischung erst zugegeben wird, wenn die Wassertemperatur unter 30 Grad C liegt.

Prostata: 1.) Blütenpollenkur 2.) Lauwarmes Honigwasser schluckweise trinken. Schafgarbentee oder Kamillentee mit reichlich Pollenhonig, 2-3 Tassen tagsüber. 3.) Honig und Pollenkur .

Stärkung des Gesamtorganismus: Honigblütenpollenkur mit Gelee Royale (Bienenelixier).

Unlust, Unruhe (innerliche): 1.) Eine Umstimmung wird vielfach bereits während der 1. Pollenhonigkur ausgelöst. 2.) Johanniskrauttinktur mit Honig.

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